Weidenschnur

Die Weide hat nebst anderen Nutzen, die schöne und hilfreiche Eigenschaft zur Schnurherstellung geeigneten Bast auszubilden. Hier soll es um die Verarbeitung des Bastes und der Selektion geeigneter Äste, sowie dem Schnur-zwirbeln selbst gehen. Das Zwirbeln ist nicht nur ein Bushcraft Basisskill sondern auch einfach und mit einfachsten Mitteln zu erlernen/bewerkstelligen.  Für alle die evtl. keine genaue Vorstellung haben wie in unseren Breiten eine Weide aussehen mag und wo diese zu finden sind, empfehle ich nachfolgenden Wikipedialink anzuklicken.

 

Geeignetes Material

Es sollten am besten grüne Äste sein mit guten 5-8cm Durchmesser Minimum. Geschnitten/Geerntet werden bietet sich dann an wenn der Baum gut im Saft steht also Frühjahr bis Herbst, das erleichtert das Ablösen der Rinde ungemein. Weiterhin achtet man besser darauf möglichst Ast-arme und Knoten freie Stücke zu bekommen was in längeren Bastfasern resultiert. Ist aber nicht zwingend Not wenig, allerdings minimale eine Arbeitserleichterung.

Benötigtes Werkzeug

Grundsätzlich nur etwas um den Ast abzulängen, die Rinde vom Holz trennen und das ganze aufkochen zu können. Je nach Skilllevel also. Für die Demonstration benutzte Materialien waren aber...

 

1. Messer

2. Säge

3. Kochgefäß

4. Geschnitzter Spatel

5. Kohle/Asche

6. Hände

7. Wasser

Ernte und Verarbeitung

Nachdem man einen geeigneten Ast gefunden und abgelängt hat, schneidet man diesen der Länge nach ein und löst die Rinde mit den Fingern oder einen Werkzeug vom Holz. Sollte das ganze einreißen ist dies nicht wirklich tragisch für den weiteren Verlauf der Arbeiten.


Die Rind eist zum genannten Zeitpunk recht einfach zu lösen,  sodass man etwas wie eine Schlangenhaut oder Rindenrolle erhält. In meinem Falle sorgte ein Astknoten für ein Einreißen was wie erwähnt kein Beinbruch ist das man das ganze noch in Streifen schneiden muss.


Nun geht es daran die Schutzrinde vom Bast zu lösen. Wenn man Glück hat geht dies ebenfalls mit den Findern in einem Stück. Sollte dies nicht gehen gibt es zwei Methoden. Variante 1 wäre das abschaben mit der Klinge/Klingenrücken. Was man auch vor dem Ablösen tun könnte. Hier allerdings habe ich es mit Variante 2 gemacht bei der das Messer in einen Winkel gehalten wird und man die Rinde nach hinten weg zieht. Dies funktionierte sehr gut für mich.


Die nun von Holz und Rinde befreiten Rohbast Streifen legt man zu Pasta-Nestern zusammen und kocht diese dann mit einem Wasser, Asche, Kohle Gemisch um die Haltbarkeit zu erhöhen. Je mehr Kohle/Asche um so besser. Es ist dann zuviel wenn die Pastanester nicht mehr von dem Gemisch bedeckt werden können weil die Masse zu fest ist. Ein oder zwei Stunden reichen da durchaus aus. Anschließend die Asche/Kohle unter fließenden Wasser abwaschen und das ganze an der Luft oä trocknen lassen. Man sollte leicht rötliche Streifen erhalten haben.


Schon nähern wir uns den entspannenden Teil der Veranstaltung. Die trockenen Streifen werden nun noch einmal kleiner zerfasert je nach Bedarf. Ich habe das ganze immer lieber etwas feiner dafür aber mehr Fasern. Dazu bricht man das ganze einfach mit den Fingern ein und zieht es der Länge nach ab. Es kann passieren das die Fasern auf der Länge abreißen was aber nur ungünstig, nicht aber schlimm ist. Wer es ganz akkurat haben möchte oder viel Zeit hat, mag gerne sein Schneidwerkzeug nutzen. Ist das ebenfalls vollbracht werden die Streifen erneut angefeuchtet, wahlweise mit Spucke oder Wasser und es geht auf zum verdrillen.


Verdrillen

Das verdrillen ist ein Basisskill und kann auf alle Fasern angewandt werden in die man einen Knoten machen kann.

Man nimmt einen angefeuchteten Streifen zwischen die Finger beider Hände und dreht das ganze entgegengesetzt. Solange bis sich von selbst eine Schlaufe bildet, der sogenannte Spleiß. Es ist besser wenn ein Ende länger als das andere ist um die durch das zufügen neuer Streifen entstehenden Schwachstellen zu verteilen. 

 

Dann nimmt man das von einem abgewandte Ende und dreht es zweimal im Uhrzeigersinn und legt diesen unter das ungedrehte Ende. Da man nun dieses an der abgewandten Position hat wiederholt man die Schritte bis das kürzere Ende 5-6 cm hat und fügt einen neuen Strang hinzu. Keine Angst man kann die Schnur auch weg legen, das sich beide Enden gegeneinander aufwickeln wollen verkeilen sie sich so und es bleibt alles fast so wie es ist.

 

Umweiteres Material einzupflegen legt man es am besten falls vorhanden mit den dünneren Ende auf den Strang den man verlängern möchte und verdrillt die beiden wie im ersten Schritt und fährt einfach fort mit dem wie man es vorher gemacht hat. Die abstehenden Enden/Fasern kann man wenn gewollt abschneiden oder abflämmen wenn es trocken ist.letzteres erfordert aber die nötigen Eier :D 

 

Wenn man am Ende seiner Lust,  der benötigten Länge oder Material angekommen ist kann man mit einem einfachen Knoten die Enden verbinden und später, sofern die Enden genügend Länge haben, wieder daran anknüpfen. Die so erstellte Schnurr kann ebenfalls nochmals so verarbeitet werden als wäre es ein einfacher Strang um so die Doppelte stärke zu erhalten. Je nach Materiallänge kann dies bis zu einer gewünschten dicke gemacht werden. Es ist zwar durchaus möglich sich ein Seil zu drillen, aber ich würde weder mein noch das Leben eines anderen an ein selbstgemachtes Seil hängen und Rate sogar explizit davon ab!

 

 

 

Ergebnis